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Nachlese : Zeiskam im Pokalhalbfinale

Sensationeller Sieg über Pfeddersheim

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Dramatik pur im Sportzentrum Zeiskam

 

erlebten 430 Zuschauer als am letzten Mittwoch im Viertelfinale des Verbandspokals der TB Jahn den derzeitigen Oberligadritten TSG Pfeddersheim empfing. Die Gäste aus dem Wormser Vorort sind der Pokalsieger 2012/13, kamen als solcher in die Hauptrunde des DFB-Pokals und wollten auch in diesem Jahr den Titel verteidigen, um erneut ans „große“ Fernsehgeld und
attraktive Zuschauereinnahmen zu kommen.


Trainer Sahin Pita und seine Schäfchen kennen noch einige Spieler aus gemeinsamen Verbandsligazeiten. Beide Vereine trafen auch in der Vorbereitung aufeinander und trennten sich, nach gutem Spiel, 1:1-Unentschieden. Entsprechend hatte Pita seine Elf taktisch gut eingestellt. Er ließ mit 3 Sechsern spielen, stabilisierte somit die Abwehr und verschaffte
seinen schnellen Spitzen Maurice Hafner und Yasin Özcelik, hinter denen Christian Liginger das Spiel ordnete, Freiräume nach vorne.


Die erste gute Chance hatten die Gäste, nach abgewehrter Ecke ging der Nachschuß knapp vorbei (5. Min.). Doch schon 5 Minuten später setzten die Gastgeber die erste Duftmarke, doch auch Hafners Schuß, nach Vorlage von Liginger, ging am Gehäuse vorbei. Der vermeintliche Knackpunkt dann in der 14. Minute: Torwart Steffen Heß stürmte einem Stürmer entgegen, der hart
geschossene Ball prallte ihm, aus ca. 2 m, an den Arm. Der Schiedsrichter, der nah am Geschehen war, deutete „weiter spielen“ an, doch seine Assistentin hob die Fahne und dann gab es Platzverweis für Heß, wegen Handspiel außerhalb des Strafraumes. Ralf Bittig musste geopfert werden, Conrad Siegler ging in den Kasten und machte seine Sache sehr gut. Doch der TB Jahn ließ sich nicht entmutigen, schon in der 17. Minute hatte Özcelik eine gute Chance, wurde aber wegen Abseits“ zurück gepfiffen. Auch in der 30. Minute hätte der Gastgeber in Führung gehen können, als Hafner klug nach innen spielte und Özcelik etwas zögerte, so daß der routinierte Pfeddersheimer Torwart Müller, per Fuß, in höchster Not, klären konnte. Der Rückstand, fast mit dem Halbzeitpfiff dann aus dem Nichts. Eine Ecke war schon abgewehrt, Kevin Hoffmann, der sich, nach 4 Monaten Ausfall (Meniskusoperation), seiner alten Form nähert, wollte den Ball ins
Toraus laufen lassen, der pfeilschnelle Seifert erreichte jedoch noch das Spielgerät, gab nach innen und Siebecker vollstreckte.

Auch in der 2. Halbzeit behielt die Pita-Truppe den Oberligisten im Griff. Aufregung, als ein, auf dem Boden liegender, Pfeddersheimer den Ball mit der Hand berührte und später noch einmal, als
Özcelik einen Eckball dem Gegner an den Arm köpfte. Beide Male konnte man die Meinung vertreten, daß hier keine Absicht vorlag, mit der harten Entscheidung gegen Heß, hatte das Gespann jedoch andere Maßstäbe gesetzt. Der verdiente Ausgleich wurde durch einen Freistoß von Liginger, der an den Pfosten klatschte, eingeleitet. Özcelik eroberte den Abpraller ließ noch einen Gegner aussteigen und bediente mustergültig  Marcel Thiede, der in der 58. Min. für den verletzten Hafner kam, der zum vielumjubelten 1:1 einschoß. Die Gäste wurden noch mal in der 79. Min,
gefährlich, doch der in den Sturm gewechselte Abwehchef Lang verzog.


Mit bangen sahen die Zeiskamer Anhänger der Verlängerung entgegen, musste doch ihre Elf bereits 75 Minuten mit 10 Mann auskommen. Doch auch in der Verlängerung hielt Zeiskam voll dagegen, ein Zeichen der besonderen Fitness der Truppe. Der quirlige Özcelik, immer wieder gut angespielt, stellte die Gästeabwehr vor große Probleme, doch das Schußglück war ihm nicht hold, wobei das ein oder andere Mal ein Querpaß erfolgversprechender gewesen wäre. Fünf dicke Chancen reichten nicht zum Siegtreffer, in der Schlussminute donnerte er den Ball an den Pfosten, was über den ganzen Platz zu hören war. So ging es ins Elfmeterschießen: Die Gäste begannen und verwandelten die ersten 5 Strafstöße ebenso souverän wie die Zeiskamer. Als das 6. Paar zum Strafstoß antrat, wehrte Siegler den Elfer von Seifert ab und Pascal Thiede verwandelte sicher zum Siegtreffer. Dann brachen alle Dämme und die großartige
Mannschaftsleitung wurde auf dem Platz und in der „dritten Halbzeit“ gebührend gefeiert.


Im Halbfinale, das erst im nächsten Jahr ausgetragen wird, hat man es zuhause mit den Regionalligisten Idar-Oberstein (Trainer Thomas Riedl und Olaf Marschall) oder SVN Zweibrücken (Trainer Peter Rubeck) oder mit dem Sieger aus dem Spiel SV Waldalgesheim – Wormatia Worms, zu tun. Die Jungs um Trainer Sahin Pita werden sich dann sicher wieder „zerreißen“.

 

TB Jahn Zeiskam: Hess,- Bottaccio, Humbert, Blank, P. Thiede,- Bittig (14. Siegler), Koc, Hoffmann,- Liginger,- Hafner (54. M.Thiede), Özcelik

Thorsten Reiter
25.10.2013