Vorschau: TB Jahn Zeiskam - SV Alemannia Waldalgesheim

Der Weg des TB Jahn ist noch nicht bestimmt. Nach dem Spielausfall am vorletzten Sonntag, als der SV Morlautern in Zeiskam antreten sollte und dem erfolgreichen Spiel in Alzey hat sich am Tabellenplatz nichts geändert. Nur der Abstand zu Platz 15 ist auf neun Punkte angewachsen. Aber die anderen Teams aus dem unteren Drittel haben ebenfalls fast alle gepunktet. Der TB Jahn hat es nun selbst in der Hand, seine Position zu verbessern. Mit Ausnahme von Fußgönheim trifft die Zeiskamer Elf noch auf alle anderen Mannschaften, die in den Abstiegskampf eingebunden sind.

Heute ist ein inzwischen alter Bekannter, der in einer anderen Tabellenregion angesiedelt ist, zu Gast in der Sauheide.  Die SV Alemannia Waldalgesheim ist seit ihrem erstmaligen Auftreten in der Verbandsliga für den TB Jahn stets ein unangenehmer Gegner gewesen. Erst in der vergangenen Saison gelang der erste Jahn-Sieg gegen die Grün-Schwarzen. Und das im Hinspiel auf des Gegners Platz. Im Heimspiel folgte dann der zweite Sieg in bis dahin 14 Begegnungen.

Die Alemannia hinkt ihren, während der Saison gewachsenen, Ansprüchen doch etwas hinterher. Nach einem furiosen Saisonstart mit sechs Siegen und einem Unentschieden aus den ersten sieben Spielen schien die Mannschaft gemeinsam mit dem SV Gonsenheim die Verbandsliga zu dominieren. In diesem siebten Spiel traf man auf den TB Jahn und siegte bei fragwürdigen Witterungsbedingungen am Ende klar mit 6:1.Am achten Spieltag gab es in Gau-Odernheim die erste Niederlage, bei einem ominösen Spiel, gegen dessen Wertung die Gäste Protest einlegten. Sie beklagten die Austragung der Partie auf dem etwas kleineren Kunstrasenplatz, obwohl nach ihrer Meinung das Naturrasenfeld durchaus bespielbar gewesen wäre. Sie sahen bei der Heimmannschaft einen deutlichen Wettbewerbsvorteil durch den Untergrund und die ungewohnten Ausmaße des Spielfeldes. Der Einspruch wurde abgelehnt und die Alemannia verzichtete auf ein weiteres Vorgehen. 

In den folgenden Partien gab es ein Auf und Ab. Das Team steht mittlerweile auf Platz fünf, mit großem Rückstand auf die beiden Tabellenführenden. Letztlich wird es wohl ein Ringen um Platz drei für die Rheinhessen werden, die in all den verbleibenden Partien völlig unbeschwert aufspielen können. 

Trainer der Mannschaft ist Aydin Ay (36). Er übernahm während der vergangenen Saison zum Ende der Vorrunde das Amt von Patrick Jörg, der nicht lange vorher Andre Weingärtner abgelöst hatte. Der Verein war 2013 als Meister zum zweiten Mal in die Oberliga aufgestiegen, 2008 war der Verein schon einmal für vier Jahr im Oberhaus gewesen. Nach dem ersten Abstieg war man sofort wieder zurückgekehrt. Dieses Mal allerdings nur für ein Jahr. Seitdem kämpft man an der Waldstraße um die Rückkehr in die attraktive Oberliga.

In dieser Saison stand ursprünglich Konsolidierung auf dem Plan. Die Mannschaft ist nach eigenen Angaben runderneuert und verjüngt worden. Die Ansprüche wuchsen erst mit den Erfolgen zu Saisonbeginn. Zu Beginn der Rückrunde haderte man bei der Alemannia mit den vermeintlich unnötigen Punktverlusten in den verlorenen Heimspielen gegen Pirmasens und Steinwenden. Sportlich sieht man sich durchaus auf Augenhöhe mit den Spitzenteams. Nach eigenen Angaben „besitzt der Verein mit Patrick Walther und Nik Rosenbaum die wohl  beste und kreativste Doppel-Sechs der Verbandsliga“. Auch ihre Abwehr um Kapitän Marcel Fennel stellt die SV Alemannia als Prunkstück heraus. In der Winterpause haben die Rheinhessen mit Daniel Pflüger zusätzlich einen verbandsligaerfahrenen Spieler aus Bad Kreuznach geholt. Natürlich kann sich auch die Offensive sehen lassen. Konstantin Sawin und Vincenzo Bilotta standen bisher als Torschützen bereit. Sie zählen mit sieben bzw. vier Einschüssen erneut zu den Erfolgsgaranten. Mit dem vor dieser Runde aus Bodenheim gekommenen Michael Widera ist ein Verbandsliganeuling noch treffsicherer. Er führt die interne Torschützenliste mit neun Treffern an.

Ganz so, wie sich die Verantwortlichen es gewünscht hätten, lief die Rückrunde bisher nicht ab. In der letzten Begegnung vor der Winterpause musste sich die Elf in Marienborn beim Aufsteiger geschlagen geben. Zwar siegte man zum Beginn der Spielserie nach der Winterpause nicht ganz überraschend gegen den SC Hauenstein. Im Spiel vor zwei Wochen allerdings musste man eine 2:1 Niederlage in Rüssingen einstecken. Dies war etwas unglücklich, weil das Siegtor der Gastgeber erst in der Schlussminute fiel. Im Heimspiel gegen den FC Speyer unterlag die Alemannia am vergangenen Sonntag mit 0:1 und kassierten die zweite Niederlage in Folge. Die Gäste stehen unter einem gewissen Erfolgsdruck. Der TB Jahn ist gut beraten, sie nicht an ihren letzten Ergebnissen zu messen.