Vorschau: TB Jahn Zeiskam - SC Hauenstein Sonntag, 14.4.2019, 15.00 Uhr

Eines der wichtigsten Spiele der Saison. Es geht gegen eine Mannschaft die zu 99 % bereits abgestiegen ist. Es geht um drei Punkte, die der TB Jahn ganz nötig braucht, um im Abstiegskampf nicht an Boden gegenüber den Konkurrenten zu verlieren.

Der SC Hauenstein spielt im zweiten Jahr in der Verbandsliga. Nach Ende der Runde 2016/17 freiwillig aus der Oberliga eine Klasse tiefer abgestiegen, war dies der Auslöser für eine Änderung der Spielordnung des Verbandes. Heute ist es nicht mehr möglich, dass sich ein Verein eine Liga unter derjenigen, in der gerade spielt, für die nächste Runde wählen kann. Wer jetzt eine Spielklasse freiwillig verlässt, kann in der Liga seiner zweiten Mannschaft weiterspielen, oder, wenn der Verein keine zweite Mannschaft hat, er muss in der untersten Liga neu beginnen. Der SC Hauenstein hatte diese Lücke in der Spielordnung noch genutzt, um nicht in der sportlichen Versenkung zu verschwinden. Unter diesem Abstieg musste auch keine andere Mannschaft leiden, die Liga wurde einfach um diesen freiwilligen Zugang von oben aufgestockt. Deshalb spielte die Liga in der letzten Runde mit 17 Teams. 

In dieser Saison scheint der Gang eine weitere Klasse tiefer über den sportlichen Weg zu verlaufen. Nach der ersten Verbandsligasaison hat sich das Engagement des Hauptsponsors weiter reduziert. Das war das Anlass für viele Spieler, den Verein vor dieser Saison zu verlassen. Es verblieben Akteure der zweiten Mannschaft und einige wenige, wie Christof Seibel, die zum Kader des Verbandsligateams des Vorjahres gehört hatten. Vom FKP II kam Kevin Rose. Die anderen Neuzugänge kamen alle aus unterklassigen Vereinen. In der Winterpause hat der SC noch einmal nachgelegt. Vom TB Jahn wechselte Gino Padberg in die Westpfalz. Er war mit seinen Einsatzzeiten in Zeiskam nicht zufrieden gewesen. Seinem neuen Team kann er mit seiner Erfahrung durchaus weiterhelfen. Kai Schacker hatte den Verein im Sommer verlassen, um in der C-Klasse weiterzuspielen. Jetzt ist er wieder zurück. Der dritte Winterneuzugang ist Austin Lee Peterson, der von einem amerikanischen Collegeteam kommt. Alle drei standen seit ihrer Verpflichtung immer in der Startelf.

Schon vorher hatte der Verein den ersten vermeintlichen Rettungsanker ausgeworfen. Im November trennte sich der SC nach eineinhalb Jahren von Trainer Marko Eiermann. Sein Vorgänger war übrigens Jürgen Kohler, der Fußball-Weltmeister.  Das Spiel gegen den großen Nachbarn FKP, das die Elf mit 1:8 verlor, war das letzte, bei dem Marko Eiermann als Verantwortlicher an der Linie stand. Schon eine Woche später war Alexander Hornung als neuer Coach im Amt und beim Spiel gegen Fußgönheim der sportlich Verantwortliche. Unter dem alten Trainer hatte das Team vier Punkte erkämpft. Das Ergebnis seines Nachfolgers ist nach nun neun Begegnungen das Gleiche. Ein Punkt wurde vor zwei Wochen in Rüssingen geholt. Schon dieses Ergebnis ließ aufhorchen. Am vergangenen Sonntag war der FC Speyer im Wasgau-Stadion zu Gast  und ließ drei Punkte da. Er musste sich dem SC mit 1:0 geschlagen geben. Der SC-Torschütze war Kevin Rose mit seinem siebten Saisontor.

Unter einigen bemerkenswerten negativen Ergebnissen unseres nächsten Gegners, das Torverhältnis von 18:78 spricht eine deutliche Sprache, ragt der, bis zum vergangenen Sonntag, einzige Sieg heraus. Der gelang am neunten Spieltag ausgerechnet gegen den TB Jahn. Die Zeiskamer lieferten in dieser Begegnungen einen sportlichen Offenbarungseid. Gegen einen Gegner, dem fast alles fehlte, was eine Verbandsligaelf braucht, kam man nicht in die Gänge. Zwar fehlten Eric Biedenbach und Philipp Mees. Aber auf dem Platz stand eine Zeiskamer Mannschaft, der man vor der Runde weitaus mehr zugetraut hätte. Aber nach zwei Toren durch Christof Seibel und Kevin Rose, die im Übrigen mehr als die Hälfte aller Hauensteiner Tore in dieser Runde erzielt haben, hatte man nichts mehr entgegenzusetzen. Zudem war die Mannschaft nach einer Roten Karte gegen Hendrik Streib kurz nach der Pause dezimiert. In diesem Spiel, in dem so wichtige Punkte liegen gelassen wurden, passte nach 15 Minuten nichts mehr. Alle Beteiligten haben einen Anteil an diesem Debakel. Und genau diese sind heute in der Pflicht, Wiedergutmachung zu leisten. Es darf nicht noch einmal so wie im Vorjahr gegen den LSC passieren, dass der TB Jahn gegen einen sportlichen unterlegenen, und in der Tabelle schon früh abgeschlagenen Gegner alle Punkte verschenkt. 

Der SC Hauenstein war früher einmal ein Aushängeschild des pfälzischen Fußballs. In ihren besten Tagen spielte der Verein in der Regionalliga. Mitte der 80er Jahre begann ihr Aufstieg aus der A-Klasse. Er war verbunden mit dem Namen Wendelin Guster.1990 führte der Weg erstmals in die Oberliga Südwest und 1994 in die neu gegründete Regionalliga. 1997 stieg der SC wieder in die Oberliga ab. Aber ab 2014 stand die Tür zur Rückkehr in die Regionalliga drei Jahre lang weit offen. Endlich, nach der dritten Vizemeisterschaft in Folge schien im entscheidenden Spiel in Hauenstein alles nach Plan zu laufen. Aber, im letzten Spiel der Relegation auf heimischem Gelände gegen den badischen Konkurrenten verspielte die Mannschaft in den Schlussminuten den fast sicheren Aufstieg. Seitdem führt der Weg des SC nach unten.

 Den TB Jahn und den SC Hauenstein verbinden Akteure, die sowohl beim SC als auch in Zeiskam gespielt haben. Christian Frech und Michael Zimmer wechselten von der Süd- in die Westpfalz. Etliche Akteure gingen den umgekehrten Weg, Daniel Soroberto und Manuel Blank seien hier stellvertretend genannt. Der wichtigste Transfer vom SC nach Zeiskam war allerding im Jahr 2007 Sahin Pita, der als spielender Co-Trainer seine erst Saison bestritt. Er ist bis heute der Jahn-Trainer.

Die aktuelle Bilanz des TB Jahn TB Jahn ist gegen die Westpfälzer nach drei Spielen noch positiv. Im Vorjahr wurden beide Partien mit 3:2 gewonnen. Vorher hatte es nur zwei gemeinsame Spielrunden in der Verbandsliga gegeben. 1991 war des SC nach dem ersten Oberligajahr der Vereinsgeschichte wieder aus dieser abgestiegen. Nach nur zwei Jahren gelang der Wiederaufstieg. Der wurde erst im letzten Spiel mit einem 4:2 gegen den TB Jahn gesichert. In den folgenden Jahren trafen sich der SC und der TB Jahn nur zu freundschaftlichen Begegnungen, die die höherklassigen Westpfälzer immer für sich entschieden, und einmal im Pokal. 

Aktuell haben sich die sportlichen Verhältnisse umgekehrt. Der SC Hauenstein plant seine sportliche Zukunft unterhalb der Verbandsliga. Der TB Jahn will im nächsten Jahr seine 29. Saison in dieser Liga angehen.