Vorschau: TB Jahn Zeiskam - SV Steinwenden, 22.4.2019, 15 Uhr

 

Mit dem SV Steinwenden stellt sich der Aufsteiger aus der Landesliga West in der Sauheide vor. Nach etlichen Jahren in dieser Liga spielt die Mannschaft aus dem Dorf westlich von Kaiserslautern, nahe bei Ramstein, in dieser Saison erstmals in der Verbandsliga. Der Aufstieg in der vergangenen Saison, der kurz vor Rundenende noch einmal in Gefahr schien, wurde mit einem Punkt Vorsprung gemeistert. Ab  dem achten Spieltag war die Mannschaft Tabellenführer. Bis zum letzten Spieltag wurde diese Position durchgehend behauptet. Dabei ließ man renommierte Vereine, wie Rodenbach, TSC Zweibrücken, Meisenheim und Baumholder, hinter sich. Der Trainer der Mannschaft war Daniel Graf. Der ehemalige Profi, u.a. Kaiserslautern , Karlsruhe, Braunschweig, war zehn Jahre in Steinwenden tätig. Er ging nach dem größten Vereinserfolg und wechselte vor dieser Runde zum Ligakonkurrenten SV Morlautern. Sein Nachfolger wurde ein fast schon Fußballrentner. Mit 60 Jahren übernahm Bernd Ludwig das Traineramt, in Zeiten, in der oft schon Jugend allein als Kriterium für Kompetenz gilt. Seine Arbeit hat er bisher sehr gut gemeistert. Er kam vom Bezirksligisten TuS Bedesbach-Patersbach, wo er jahrelang tätig gewesen war. Sein Torwarttrainer Florian Fromlowitz ist als früherer Erstliga-Profi kein Unbekannter.

In der Verbandsliga kann sich der SV bisher behaupten. Nach einem Auftaktheimsieg gegen Rüssingen und einem 2:2 gegen den TB Jahn am dritten Spieltag, dauerte allerdings es bis zum sechsten Spieltag, bis in Rieschweiler wieder Zählbares eingefahren wurde. Ab Ende Oktober begann die beste Zeit für die Westpfälzer. Mit einem 1:1 beim SV Morlautern, der Mannschaft ihres alten Trainers, startete eine kleine Erfolgsserie. Die Elf blieb in sechs Begegnungen ungeschlagen, sie gewann vier und spielte zweimal Unentschieden. Erst im letzten Spiel des Jahres 2018 blieb man wieder ohne Punktgewinn. Zu Hause verlor der SV gegen den FC Speyer mit 1:2. Das folgende Spiel wäre das Treffen mit dem TB Jahn gewesen, das im Dezember witterungsbedingt abgesagt werden musste.

Nach der Winterpause traf man sich mit dem FKP II in einer von September ins Jahr 2019 verlegten Partie. Die konnte der SV mit 2:1 für sich entscheiden. Dies war aber auch bis heute der einzige Sieg im neuen Jahr. In drei Heimspielen reichte es zu zwei Unentschieden. Am letzten Sonntag unterlag man dem SV Morlautern mit 2:3. Die beiden Auswärtsspiele in Gonsenheim und das Rückrundenspiel in Pirmasens gingen jeweils mit 1:0 verloren.

Aus der Abstiegszone, am zehnten Spieltag stand man punktgleich mit dem TB Jahn auf Abstiegsplätzen, hat sich die Elf nach mittlerweile 22 Begegnungen nicht lösen können. Nach dem 22. Spieltag hat der SV 27 Punkte, so viel wie Bad Kreuznach und Fußgönheim und drei mehr als der TB Jahn bei der gleichen Anzahl von absolvierten Partien. Mit Steinwenden auf Platz neun beginnt der Kreis der abstiegsgefährdeten Teams. Allerdings ist die Situation leicht unübersichtlich, weil es Mannschaft gibt, die bisher erst 21 bzw. 22 Spiele abgeliefert haben und welche bei denen schon 24 zu Buche stehen. Der TB Jahn, mit 24 Punkten, ist mit zwei Begegnungen im Rückstand und könnte noch Boden gutmachen.

Vor der Begegnung am Ostermontag kann der SV einen ganz großen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen. An Ostersamstag findet das Nachholspiel gegen den sorgenfreien TSV Gau-Odernheim statt. Da ist für die Westpfälzer alles möglich. Mit weitern drei Punkten wären sie dem großen Ziel Nichtabstieg ein weites Stück näher gekommen.

Seine Punkte hat der SV bis zum 21. Spieltag gleichviel auf heimischem Gelände wie auf fremden Plätzen geholt. In der Auswärtstabelle rangiert das Team mit 14 Punkten nach wie vor auf den vorderen Plätzen. Dieses Guthaben stand bereits auf dem Konto, als die Elf im Dezember in Zeiskam hätte antreten sollen. Die Mannschaft zeichnet ihre Abwehrstärke aus. Der SV gehört hinter den drei Oberligaabsteigern, immer noch zu den nächsten Teams mit den wenigsten Gegentoren. Aktuell weist Steinwenden ein positives Torverhältnis auf, was ansonsten keine Elf aus der unteren Tabellenhälfte vorweisen kann.

 Angeführt wird die Mannschaft von erfahrenen Akteuren. Florian Bicking kam vor zwei Jahren aus Morlautern, nachdem er vorher beim FKP II aktiv war. Er hatte sich vor dem Spiel am Sonntag gegen Marienborn wegen Muskelproblemen abgemeldet gehabt. Diese stammten aus der Rückrundenpartei gegen den FKP II Ende März, wo er nach einer halben Stunde den Platz verlassen musste. Mit zehn Treffer hat er im Übrigen wesentlich zum Erfolg des SV beigetragen. Im Vorjahr hatte er in der Landesliga zwar auch schon fünfmal getroffen, dort war er mehr als Vorbereiter in Erscheinung getreten.

 Andre Forsch, Kapitän und schon über fünf Jahre in Steinwenden, spielte früher bei Blaubach-Diedelkopf. Zu Beginn dieser Saison kam er meist von der Bank. Er teilt sich mit Florian Bicking die Kapitänsbinde und die Tore. Im Vorjahr hatte er 17 Tore in der Landesliga erzielt. In dieser Runde hat er wie sein Mitspieler zehnmal getroffen (im Spiel am Sonntag gegen Marienborn gleich zweimal). Zusammen sind dies deutlich mehr als die Hälfte alle Steinwendener Tore. Johannes Strasser, in dieser Saison zum SV zurückgekehrt, und Sebastian Schäfer zählen ebenfalls zu den etablierten Akteuren. Auch sie tauchen in der internen Torschützenliste weit oben auf. Der TB Jahn weiß um ihre Torgefährlichkeit, Johannes Strasser traf beim 2:2 im Hinspiel zur zwischenzeitlichen 2:1 Führung der Westpfälzer.

 In dieser Begegnung konnte der TB Jahn seine spielerischen Vorteile vor allem in der ersten Hälfte nicht nutzen. Gegen die lauf- und kampfstarken Gastgeber, die nach ihrem Führungstreffer spielbestimmend wurden, war man letztlich mit dem Punktgewinn zufrieden. Im Rückrundenspiel wäre dies zu wenig.