Vorschau: TuS Rüssingen - TB Jahn Zeiskam

Sonntag, 28.4.2019, 15:00 Uhr

                    

In Rüssingen ist vieles anders. Vor einiger Zeit waren es, die inzwischen leider nicht mehr erlebten, Auftritte des Ex-Nationalspielers Mario Basler als Feldspieler und sogar als Torwart, heute sind es acht Brasilianer, die im Trikot des TuS aufspielen. Dafür verantwortlich zählt der Torwart des Teams Evandro Rachoni de Lima. Der 29jährige war vor der Runde von RWO Alzey gekommen. Dort, wie auch in den Vereinen in denen er vorher war, u.a. Gimsheim oder Wormatia Worms, war er nur sporadisch zu Einsätzen gekommen. In Rüssingen ist er unbestritten die Nummer eins. Er ist zudem der Vermittler zwischen Brasilien und seinem neuen Team. Mit diesen hoch gepriesenen Neuzugängen, mit dem Torwart waren vier Südamerikaner vor der Runde beim Verein, vier sind in der Winterpause hinzugekommen, plant der Verein aus dem 500 Seelen Dorf den Angriff auf die Oberliga. In dieser Saison gibt man sich, was die vorderen Plätze angeht, zwar geschlagen, so Evandro Rachoni, aber mit diesen Verstärkungen will man im nächsten Jahr ganz nach oben. Bei diesen Überlegungen sollte man beim TuS allerdings noch berücksichtigen, dass der Klassenverbleib in der Verbandsliga noch nicht in trockenen Tüchern ist. Aktuell  ist die Mannschaft Tabellendreizehnter. Dies ist bei der ungünstigsten Konstellation der vierte Abstiegsplatz. Und es steht noch ein Restprogramm an, bei dem man auf drei unmittelbare Konkurrenten trifft. Der erste davon ist der TB Jahn Zeiskam. Die anderen Gegner, die im Abstiegskampf stecken sind Fußgönheim und Rieschweiler.

Der Kader des langjährigen türkischen Trainers Akgün Yalcin liest sich wie eine Weltauswahl. Es finden sich neben den Brasilianern vor allem türkischen Akteure. Weiter Spieler kommen aus den Balkanstaaten, Serben, Kroaten, Kosovo-Albaner. Vor der Saison hat der Verein einen zweiten Spieler aus Korea und einen aus Rumänien verpflichtet. Die Spieler mit einem deutschen Pass haben sämtliche einen Migrationshintergrund.

Die Mannschaft bezieht ihre Stärke aus der individuellen Qualität der Spieler. Ivica Dzijan, schon im reiferen Fußballalter bringt eine Menge Erfahrung aus höheren Spielklassen mit, er war unter anderem in der Oberliga für den ASV Durlach aktiv. Er ist schon seit mehr als vier Jahren im Rüssingen. Neu ist in dieser Saison der 33Jährige Abedin Krasniqi. In seiner Fußballvergangenheit tauchen große Namen auf. Von Hoffenheim über Waldhof, Elversberg, Aachen, Burghausen und Neckarelz, von Ober- und Regionalliga, hat es ihn schließlich in die rheinhessische Ebene geführt. Nach Aussage ihres brasilianischen Torwarts kommen auch die Winterneuzugänge aus seinem Heimatland alle aus Topligen ihres Landes.

Der TuS ist wie der TB Jahn miserabel in die Saison gestartet. Nach fünf Begegnungen stand erst ein Punkt auf dem Konto. Dann folgten vier Siege in Folge, u. a. in den Heimspielen gegen Marienborn und Speyer, mit denen sich die Mannschaft ins Mittelfeld absetzen konnte. Die Durststrecke kam anschließend. Bis zur Winterpause gelang dem TuS in acht Partien nur noch ein einziger Punkt und das bedeutete das erneute Abrutschen in die Abstiegszone. Im Jahr 2019 startete das Team sehr erfolgreich. Neun Punkte wurden in den ersten Spielen eingefahren. Zuletzt gab es Unentschieden zu Hause gegen Morlautern, zwei Auswärtsspiele in Marienborn und Speyer wurden verloren. Die Mannschaft hatte am Osterwochenende spielfrei, sie hat 24 Spiele bestritten. Aktuell hat die Elf 23 Punkte und damit nur einen weniger als der TB Jahn nach der Niederlage gegen Steinwenden. Das Torverhältnis zeigt ein etwas besseres Ergebnis als das Zeiskamer. Der erfolgreichste Torschütze ist  Abedin Krasniqi. Der Neuzugang hat bereits acht Tore erzielt. Siebenmal getroffen haben Yahya Sanyang  und Rafael Cardoso dos Santos.

Der TB Jahn war in den bisherigen fünf Aufeinandertreffen beider Teams mit einer Ausnahme stets erfolgreich. In der ersten Begegnung in Rüssingen unterlag man mit 3:2. Seitdem gab es vier Siege, davon drei in Zeiskam. Dazu zählt auch der am 10. Spieltag schwer erkämpfte 3:1 Sieg im Heimspiel dieser Runde. Für die Mannschaft von Trainer Sahin Pita wäre ein Erfolg in Rüssingen, nach der Pleite gegen Steinwenden, eine Art Befreiungsschlag. Man könnte den Abstand zu einem direkten Konkurrenten wahren und sich für die kommenden Begegnungen eine gute Ausgangsposition sichern.