Vorschau: TSV Gau-Odernheim - TB Jahn: Sonntag, 12.5.2019, 15.00 Uhr

Es ist das dritte Auswärtsspiel innerhalb von zwei Wochen. Und es geht erneut gegen eine rheinhessische Mannschaft, und zum zweiten Mal trifft der TB Jahn auf einen Aufsteiger. Der TSV Gau-Odernheim zählt, wie der Gegner der Vorwoche, der TuS Marienborn, zu den Überraschungsteams dieser Saison. Beide haben sich in der höheren Spielklasse auf Anhieb behaupten können. Die Petersberger, der Hügel neben ihrem Stadion heißt so, haben in der Verbandsliga gleich Fuß gefasst. Nach einem Fehlstart in Rieschweiler war die Elf bis Ende Oktober sehr erfolgreich. Es gab nur noch zwei Auswärtsniederlagen in Dudenhofen und in Bad Kreuznach. Die Rheinhessen hatten sich im oberen Tabellendrittel festgesetzt. Sie profitierten dabei von einem besonderen Heimvorteil. In Gau-Odernheim wird bevorzugt auf einem etwas kleineren Kunstrasenplatz gespielt. Das ist für die meisten Gastmannschaften gewöhnungsbedürftig. So war es nicht verwunderlich, dass zunächst alle Heimspiele siegreich beendet wurden. Alemannia Waldalgesheim, das am achten Spieltag mit 1:4 verlor, legte sogar Protest gegen die Wertung des Spiel ein, weil man auf dem Kunstrasenplatz antreten musste, obwohl nach ihrer Meinung das vorhandene  Naturrasenfeld bespielbar gewesen war. Der Protest wurde abgewiesen. Allerdings hatte dies zur Konsequenz, dass das folgende Spiel gegen Speyer auf eben diesem Naturrasen ausgetragen wurde. In dieser Begegnung musste der TSV zum ersten Mal in der Saison einen Punkt auf heimischem Gelände abgeben. Das folgende Spiel hätte in Zeiskam stattgefunden, wurde aber wegen der Unbespielbarkeit des Rasenplatzes abgesagt. In den folgenden Wochen hatten die Rheinhessen einen Durchhänger. In Marienborn verlor die Elf mit 0:6 und im darauffolgenden Heimspiel setzte es erneut eine heftige Niederlage, man zog zu Hause gegen den SV Gonsenheim mit 1:6 den Kürzeren. Das war es dann auch. Bis zur Winterpause hatte sich die Elf wieder gefangen und gab keinen Punkt mehr ab. Man überwinterte auf Tabellenplatz drei, allerdings mit beträchtlichem Abstand zu den beiden Führenden.

Eigentlich war man in Gau-Odernheim der Meinung, dass man in der Winterpause noch einmal zugelegt hatte. Der Trainer und die Verantwortlichen sahen sich für die kommenden Aufgaben gut gerüstet. Im ersten Punktspiel des neuen Jahres konnten die Rheinhessen ihre Ansprüche bestätigen. Der deutliche 5:1 Sieg in Zeiskam  braucht keine weitere Erklärung. Aber das war es dann für den TSV. Aus den folgenden fünf Begegnungen holte  man gerade einmal zwei Punkt. Weil aber auch die anderen Temas auf den Verfolgerplätzen es an Konstanz fehlen ließen, stand man nach 21 Spielen noch immer auf Platz drei. 

Erst im Nahholspiel gegen Steinwenden Ende April konnte  man wieder drei Punkte buchen. Die folgenden Spiele in Hauenstein und zu Hause gegen den Fast-Nachbarn Rüssingen gingen verloren. Am vergangenen Sonntag unterlag man auch beim FC Speyer mit 3:1. Allerdings ist das Punktepolster aus dem Jahr 2018 ausreichend, um dem Verein ein weiteres Jahr Verbandsliga zu garantieren.

Trainer der Mannschaft ist Christoph Hartmüller. Der 32jährige Lehrer übernahm 2016 die Mannschaft für die letzten Spiele der damaligen Saison in der Bezirksliga. Ein Jahr später stieg er über die Relegation in die Landesliga auf und dort wurde er sofort Meister. Diese Aufstiegsmannschaft des letzten Jahres ist fast vollständig zusammengeblieben. Mit gezielten Verstärkungen wurde die Mannschaft aufgerüstet. Der Verein plante auch mit dem Trainer und dem gleichen Kader für die nächste Spielrunde. Christoph Hartmüller hat bereits seine Zusage für die nächste Runde gegeben, zwischen den Zeilen ist zu lesen, dass auch seine sportlichen Ansprüche gestiegen sind. Seine Bedingung ist, dass alle Leistungsträger gehalten werden. Ob dies möglich sein wird, bleibt abzuwarten. Die besonderen Leistungen einiger Akteure haben andere, attraktive Vereine, aufmerksam werden lassen. Torwart Daniel Diel wird zum Oberligisten Pfeddersheim wechseln. Trainer Hartmüller verzichtet deshalb bereits jetzt auf seinen eigentlichen Stammtorhüter und setzt den bisherigen zweiten Mann ein. Ali Bülbül, erfolgreichster Torschütze des Team, verlässt den TSV ebenfalls, er tritt im nächsten Jahr für Hassia Bingen, beim aktuellen Stand der Dinge, in der Oberliga an. Maik Strunk zieht es zu Eintracht Bad Kreuznach.  Zwei weitere Abgänge stehen ebenso fest. Die Verteidiger Robin Schittenheim und Sören Marbe verlassen aus privaten Gründen den Verein, allerdings mit der Option schon während der Runde wieder zurückzukehren. Im Gegenzug hat der TSV sich bereits jetzt die die Dienste der Alzeyer Kevin Boss und Maurice Fischer gesichert. Für Torjäger Ali Bülbül wurde aus der U19 der Wormatia Worms Armin Mujevic verpflichtet. Christoph Hartmüller kennt den Spieler aus seiner früheren Zeit als Stützpunkttrainer.

Der TSV Gau-Odernheim bestreitet nicht nur seine erste Verbandsligasaison. Die Saison 2018/19 hat ein weiteres Highlight in der Vereinsgeschichte zu bieten. Im Verbandspokal traf man im Viertelfinale auf den großen FCK, der seit seinem Abstieg in die dritte Liga am Verbandspokal teilnimmt. Im Stadion von Wormatia Worms unterlag man vor 5.500 Zuschauern mit 0:4. 

Der TB Jahn ist gegen die Rheinhessen gefordert. 28 Punkte bedeuten nach dem 27. Spieltag eine große Abstiegsgefahr. Nach der Niederlage in Marienborn und dem Sieg von Rieschweiler stehen drei Mannschaften nur zwei Punkte voneinander getrennt auf den Plätzen 12, den nimmt der TB Jahn ein,  bis 14. Nur Platz zwölf bedeutet dabei den sicheren Nichtabstiegsplatz. RWO Alzey hat aus Platz 15 und noch drei ausstehenden Begegnungen bereits sechs Punkte Rückstand auf diesen zwölften Platz.

Der Kader für die Begegnung in Gau-Odernheim wird immer kleiner. Sebastian Meyer fällt mit einem Kreuzbandriss längere Zeit aus. In Marienborn saß Eric Biedenbach angeschlagen auf der Bank, ebenso Max Weilbach mit großem Trainingsrückstand. Cengiz Yavuz war noch nicht einsatzfähig, ebenso wie Muhammed Bahar. Während des Spiels verletzten sich Maurice Hafner und Christian Liginger. Ob eventuell Spieler aus der zweiten Mannschaft den ausgedünnten Kader ergänzen werden, bleibt bis zum Spieltag abzuwarten,

Nach der Partie beim Verbandsliganeuling kommen zwei Oberligaasteiger nach Zeiskam. Diese beiden Heimspiele gegen Topteams der Liga lassen nicht auf eine besonders hohe Punkteausbeute hoffen. Und anschließend steht nur noch das mögliche Endspiel in Rieschweiler an. Es geht deshalb beim TSV fast schon um die Zeiskamer Verbandsligazukunft.