Der Traum Oberliga: Showdown in der Relegation!

Drei Vizemeister kämpfen um das Ticket für die Oberliga. Der TB Jahn ist bereit.
Artikel vom 22. Mai 2026
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Die monatelange Arbeit einer intensiven Verbandsliga-Saison mündet in der ultimativen Crunchtime. Nach dem gesicherten zweiten Tabellenplatz steht fest: Unser TB Jahn Zeiskam greift nach dem Aufstieg und kämpft in der hochkarätig besetzten Relegation um den Einzug in die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Es sind diese ganz besonderen Tage an der Sauheide, für die Spieler, Verantwortliche und Fans leben. Drei Vizemeister aus drei Landesverbänden prallen aufeinander, die Ausgangslage ist klar: Nur eine einzige Mannschaft wird am Ende den begehrten Sprung in die fünfthöchste Spielklasse feiern dürfen. Ein reiner Nervenkrieg, bei dem jeder kleinste Fehler das Ende aller Träume bedeuten kann.
Der Modus: Alles hängt vom ersten Spiel ab
Los geht es in der Dreierrunde am Samstag, 30. Mai um 17:00 Uhr an der Sauheide gegen den saarländischen Vertreter FSV Jägersburg. Dieses erste Spiel bestimmt den weiteren Fahrplan: Unentschieden oder Niederlage bedeuten ein Auswärtsspiel im weit entfernten Wittlich bereits am Mittwoch, 3. Juni (19:30 Uhr). Gelingt dagegen ein Heimsieg, verschafft sich der TB Jahn wertvolle Regenerationszeit – der finale Auftritt beim rheinländischen Schwergewicht SV Rot-Weiss Wittlich steigt dann erst am 7. Juni um 16:00 Uhr. Ein klarer Vorteil nach einer langen Saison.
Spiel 1: Jägersburg – Das Saar-Schwergewicht an der Sauheide
Der erste Gast dieser Aufstiegsrunde bringt eine geballte Ladung Wut und Erfahrung mit. Der FSV Jägersburg sicherte sich die Vizemeisterschaft in der Schröder-Liga Saar mit 63 Punkten und einem imposanten Torverhältnis von 85:42 Treffern hinter dem unangefochtenen Meister SV Elversberg II. Dass die Saarländer wissen, wie sich dieser enorme Druck anfühlt, liegt auf der Hand: Der Verein spielte von 2015 bis 2023 mit der Unterbrechung von nur einer Saison dauerhaft in der Oberliga. Nach dem Abstieg folgte ein dritter Platz in der Verbandsliga, ehe die Mannschaft in der vergangenen Spielzeit als Tabellenzweiter in der Relegation am TSV Gau-Odernheim scheiterte. Diese offene Wunde will das Team unbedingt schließen. Sie sind folglich alles andere als ein klassischer Sechstligist.
Die aktuelle Formkurve des FSV unterstreicht ihre enorme Offensivpower. Nach einer kurzen, empfindlichen Schwächephase Anfang April mit drei Niederlagen in Folge hat sich das Team rechtzeitig stabilisiert. Mit eindrucksvollen Ausrufezeichen wie einem 6:2 gegen Ballweiler-Wecklingen, einem furiosen 10:0-Kantersieg gegen den Traditionsverein Borussia Neunkirchen und dem vorentscheidenden 3:1-Erfolg gegen Halberg Brebach strotzt Jägersburg vor Selbstvertrauen. Demgegenüber steht die unaufgeregte, gereifte Form unseres TB Jahn, der nach einem späten Rückschlag gegen Basara Mainz prompt mit drei Siegen in Serie (2:0 gegen Bretzenheim, 5:1 gegen Hohenecken, 4:1 gegen Hüffelsheim) antwortete. Das letzte Ligaspiel in Waldalgesheim dient primär der kontrollierten Rotation, um Frische und Rhythmus auszubalancieren.
Taktisch ist der FSV Jägersburg ein extrem eingespieltes Kollektiv. Trainer Christian Frank leistet dort seit Juli 2022 kontinuierliche, erfolgreiche Arbeit und hat seiner Mannschaft ein variables, physisch robustes 4-2-3-1-System verordnet. Die Saarländer agieren sehr dominant, bevorzugen ein kontrolliertes Kurzpassspiel aus einer stabilen Achse heraus, glänzen jedoch vor allem durch ein blitzschnelles Umschaltspiel. Der unbestrittene Fixpunkt und Königstransfer auf der linken Außenbahn ist Manfred Osei Kwadwo. Der pfeilschnelle Ex-Profi verfügt über die Erfahrung aus mehr als 50 Drittligaspielen, unter anderem für den 1. FC Kaiserslautern, Magdeburg und Waldhof Mannheim. Seine individuelle Qualität im Eins-gegen-eins ist die gefährlichste Waffe des Gegners. Die Last des Angriffsspiels ruht jedoch auf vielen Schultern: Gleich neun verschiedene Akteure erzielten in dieser Saison mehr als fünf Treffer, angeführt von Antreibern wie Mike Scharwath und Kapitän Daniel Dahl.
Spiel 2: Wittlich – Die unbezwingbare Festung an der Mosel
Sollte die Hürde Jägersburg genommen sein, wartet beim zweiten Duell an der Mosel der rein statistisch vielleicht hochkarätigste Brocken dieser Runde. Der SV Rot-Weiss Wittlich spielte in der Rheinlandliga eine überragende Saison. Mit 77 Punkten aus 33 Spielen und einer Tordifferenz von 95:34 musste man sich am Ende nur der Ahrweiler BC geschlagen geben. Die Moselländer befinden sich im totalen Offensivrausch und fegten im Saisonendspurt ihre Gegner reihenweise zu Null vom Platz – darunter ein 4:0 gegen Kirchberg, ein 3:0 gegen Laubach und ein weiteres 4:0 gegen Mülheim-Kärlich. Da Platz zwei im Rheinland frühzeitig zementiert war, fokussiert sich die Mannschaft mental schon seit Wochen ausschließlich auf diese Aufstiegsspiele.
Besonders die Heimbilanz im heimischen „Stadion am Bürgerwehr“ liest sich wie eine Warnung: In 16 Heimspielen feierte Wittlich 15 Siege und musste bei einem einzigen Unentschieden keine einzige Niederlage hinnehmen – bei einem torreichen Verhältnis von 54:11 Treffern auf dem schnellen Kunstrasen. Geleitet wird das Team seit Januar 2026 von Trainer Yusuf Emre Kasal, der die Oberliga aus seinen vorherigen Stationen in Mechtersheim und Koblenz in- und auswendig kennt. Kasal lässt einen extrem dominanten, ballbesitzorientierten Stil pflegen, dessen Markenzeichen ein aggressives Pressing in der Anfangsphase ist. Wittlich versucht, seine Gegner in den ersten Minuten regelrecht zu überrollen und frühzeitig klare Verhältnisse zu schaffen.
Das Spielermaterial der Rot-Weißen glänzt mit hoher individueller Qualität und reichlich höherklassiger Erfahrung. Der Zielspieler im Sturmzentrum ist Christopher Bibaku. Mit 21 Saisontoren und 12 Vorlagen verkörpert er den klassischen, physisch robusten Wandspieler, der bereits in der Regionalliga für Wacker Burghausen und Eintracht Trier seine Klasse bewiesen hat. Flankiert wird er vom trickreichen Linksaußen Mohammad Rashidi (16 Tore, 11 Assists) und Yannick Lauer (13 Tore), der die gegnerischen Abwehrketten unablässig beschäftigt. Mit dem erfahrenen, 35-jährigen Routinier Mounir Bouziane wurde ein Ex-Profi Ende April aus der Vereinslosigkeit verpflichtet und bringt die Ruhe und Abgezocktheit aus zahlreichen Profistationen in der 3. Liga und Regionalliga (u.a. Freiburg, Rostock, Cottbus) mit. Im Mittelfeld zieht der torgefährliche Ralf Rizvani (10 Tore, 12 Assists) die Fäden.
Die Marschroute für den TB Jahn: Mit Reife und Kompaktheit zum Ziel
Die sportliche Führung um Teammanager Patrick Pfaff und den Sportlichen Leiter Manfred Weck schätzt die Ausgangslage absolut realistisch, aber voller Stolz und Selbstvertrauen ein. Wir begegnen beiden Gegnern auf Augenhöhe – die Chancen stehen in diesen engen Duellen, die den Charakter von Pokalspielen besitzen, exakt 50:50. Ausschlaggebend werden letztlich die Tagesform, die Nervenstärke und das nötige Spielglück sein. Während der Druck des unbedingten Aufstiegs primär bei den ambitionierten Vereinen in Jägersburg und Wittlich liegt, kann der TB Jahn befreit und mit der Wucht einer gewachsenen, extrem eingespielten Gemeinschaft agieren. Trainer Jannick Immel betont, dass alle drei Teams das Format für die Oberliga besitzen und die Fans sich auf packende, hochklassige Begegnungen freuen dürfen.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt vor allem darin, die Heimstärke an der Sauheide gleich im ersten Match in die Waagschale zu werfen. Ein Heimsieg gegen Jägersburg würde nicht nur eine perfekte Ausgangsposition schaffen, sondern auch ein paar Tage mehr Erholung vor der weiten Reise nach Wittlich garantieren. Taktisch gilt es in Spiel 1, den saarländischen Flügelblitz Osei Kwadwo konsequent durch geschicktes Doppeln zu isolieren und physisch robust dagegenzuhalten. Im potenziellen Duell gegen Wittlich wird es darauf ankommen, Anfangsoffensive der Moselländer schadlos zu überstehen, die Räume im Zentrum extrem kompakt zu schließen und Frust beim spielstarken Favoriten aufzubauen. Mit unserer typisch pfälzischen Mentalität, einem blitzschnellen Umschaltspiel und der Reife einer Mannschaft, in der jeder den Laufweg des Nebenmanns kennt, ist der historische Aufstieg möglich.
Wichtiger Fan-Hinweis zur Anreise
Aufgrund des erwarteten Zuschauerinteresses bitten wir alle Besucher um eine frühzeitige Anreise an die Sauheide. Parkmöglichkeiten für PKWs stehen gegenüber beim Reitverein zur Verfügung. Fahrräder können direkt am Gelände abgestellt werden.
