Aufstiegstraum platzt im dramatischen Final-Krimi
Nach großem Kampf unterliegen wir Wittlich knapp – Stolz überwiegt nach einer historischen Saison
Spielbericht vom 8. Juni 2026
Der Spielbericht wird präsentiert von:
Was für ein unbarmherziges, an Dramatik kaum zu überbietendes Finale! Im alles entscheidenden Relegationsspiel um den Auftstieg zur Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar mussten wir uns vor der gewaltigen Kulisse von rund 1.600 Zuschauern beim SV Rot-Weiss Wittlich knapp mit 3:2 (1:1) geschlagen geben. In einer engen, stets fairen Partie auf dem Wittlicher Kunstrasen, kämpfte unsere Mannschaft bis zur sprichwörtlich letzten Sekunde. Am Ende fehlte ein Tor zum ganz großen Wurf, doch diese bittere Niederlage schmälert die tolle Gesamtleistung dieser Spielzeit keineswegs.
Wir fanden hervorragend in die Begegnung und rissen das Geschehen in den ersten 25 Minuten mutig an uns. Bereits in der 2. Spielminute verbuchten wir den ersten gefährlichen Abschluss durch Jean-Rene Aghajanyan, dessen abgefälschter Schuss zur ersten Ecke führte. Nur wenig später setzte Marvin Benefo zu einem seiner unzähligen Offensivläufe an. Nach seiner exzellenter Vorarbeit wurde Jannis Fetzner in der 5. Minute erst im allerletzten Moment kurz vor der Strafraumgrenze vom Ball getrennt. Die Gastgeber sahen sich tief in die eigene Hälfte gedrängt. In der 20. Spielminute brach Jonas Schäfer über die linke Seite vehement bis zur Grundlinie durch. Seine flache Hereingabe konnte ein Verteidiger gerade noch vor dem einschussbereiten Benefo zur Ecke klären. Im Anschluss an den Eckball setzte Aaron Denk Gracia den Ball knapp neben den Pfosten (22.). Die Führung wäre bis dahin für den TB Jahn verdient gewesen, wir waren wacher und ballsicherer in den Aktionen. Erst danach fanden die Hausherren besser in die Partie und verbuchten in der 24. Minute ihren ersten nennenswerten Abschluss per Kopf. Das Spiel wurde nun zusehends offener. Rund um die 40. Spielminute hatte Wittlich eine Druckphase samt Großchance. Der Wittlicher Flügelspieler kombinierte sich per Doppelpass bis an unseren Fünfmeterraum, bei seiner Hereingabe kam der Angreifer im Zentrum jedoch nicht mehr richtig hinter den Ball und setzte ihn über das verwaiste Tor. Mitten in diese Phase hinein schlugen wir eiskalt zu: Nach einem Einwurf auf der rechten Höhe der Mittellinie legte Schäfer den Ball per Kopf ab, Aghajanyan leitete gedankenschnell mit dem ersten Kontakt in die Spitze weiter, und Kapitän Florian Simon spitzelte die Kugel aus zwölf Metern unter dem herausstürmenden Keeper hindurch zur umjubelten 0:1-Führung (42.). Die Freude währte jedoch nur kurz. Praktisch mit dem Pausenpfiff in der 45. Minute bekamen die Gastgeber einen Freistoß aus 25 Metern zugesprochen. Der Versuch blieb zunächst in unserer Mauer hängen, doch der Nachschuss schlug unglücklich mit Hilfe des Innenpfostens zum 1:1-Halbzeitstand links unten ein.
Der zweite Durchgang startete intensiv und erneut mit Zeiskamer Feldüberlegenheit. In der 52. Spielminute prüfte Fetzner den gegnerischen Schlussmann mit einem wuchtigen Schrägschuss von der Strafraumecke, den dieser nur per Faustabwehr entschärfen konnte. Wenig später schlug das Pendel jedoch zugunsten der Heimelf aus: Nach einer präzisen Flanke von der linken Seite drückte ein Wittlicher Angreifer den Ball im Zentrum überlegt mit der Innenseite in die lange Ecke zur 2:1-Führung (59.). Wir steckten auch nach diesem Rückstand zu keinem Zeitpunkt auf und bewiesen Moral. In der 77. Spielminute verbuchten wir die Riesenchance zum Ausgleich, als Josip Saravanja das Leder mit einem genialen Heber über zwei Gegenspieler lupfte und Fetzner plötzlich völlig frei vor dem Tor auftauchte – sein halblinker Abschluss wurde jedoch per Fußabwehr pariert. Unser Kampfgeist wurde schließlich in der 83. Spielminute belohnt: Nach einer Simon-Freistoßflanke aus dem rechten Halbfeld landete der Ball über Umwege beim eingewechselten Marcel Meinzer, der das Leder aus acht Metern rechter Position per Direktabnahme aus der Drehung zum vielumjubelten 2:2-Ausgleich in die Maschen jagte! In diesem Moment war der TB Jahn virtuell in die Oberliga aufgestiegen. Das bittere Ende folgte jedoch in der 88. Spielminute: Milan Gebhardt konnte einen abgefälschten Distanzschuss nur nach vorne abklatschen lassen, ein Rot-Weißer Angreifer setzte nach und beförderte den Ball hoch in die Mitte, wo sein Mitspieler aus zwei Metern zum 3:2-Endstand einköpfte. Trotz einer angezeigten achtminütigen Nachspielzeit, in der wir noch einmal alles bedingungslos nach vorne warfen, sprang keine zwingende Einschussmöglichkeit mehr heraus.
Es war eine absolut ausgeglichene Relegationspartie, in der Wittlich am Ende auf dem heimischen Kunstrasen die entscheidende Nuance effektiver agierte. Dennoch hat sich der TB Jahn Zeiskam über die gesamte Saison hinweg sowie in diesen Aufstiegsspielen fantastisch präsentiert. Umso mehr Abstand zum Spiel entsteht, umso mehr weicht die Enttäuschung dem Stolz auf das Erreichte, das Trainerteam und diese eingeschworene Truppe! Ein riesiges Dankeschön gilt jedem einzelnen Fan, Sponsor, Helfer und dem kompletten Staff der uns während dieser tollen Saison unterstützt und begleitet hat. Wir kommen stärker zurück!


